Wer ist die Phoenix-Frau? Motive für diese Seite

herunterscrollen

Wer schreibt?

Rona Duwe, 1970 geboren. Ich bin seit 2000 selbständig als Designerin, habe zwei Kinder von zwei Vätern, bin alleinerziehend und bin schon lange auf einer Forschungsreise nach meinem tiefsten Inneren und nach einer authentischen Art zu leben und mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen. Ich interessiere mich für viele Themen, insbesondere für Kultur, Naturwissenschaft, Psychologie, Spiritualität und Philosophie. Ich schreibe aus der Warte einer Frau für Frauen, freue mich aber auch über männliche Leser.

Das Leben hat mich mit vielen Wasser gewaschen. Ich habe viele Krisen durchlebt und viele Rollen kennengelernt, u.a. Stieftochter, Mutter, Stiefmutter, Ex und Next. Diese Erfahrungen haben mich demütig gemacht und viele meiner festen Vorstellungen aufgeweicht. Ursprünglich habe ich mich zum Beispiel nach einer heilen Familie gesehnt, die ich aber nie wirklich erlebt habe und für die ich mich am Ende fast geopfert habe. Heute sehe ich, wie sehr uns diese engen Rollen- und Lebensbilder einschränken und unglücklich machen können. Es gibt sehr viele Wege glücklich zu leben – ob mit oder ohne Kinder, mit oder ohne Partner, mit oder ohne schwierige Vergangenheit.

Seit 2017 bin ich Mitglied beim Verband allein erziehender Mütter und Väter NRW und habe dort einen Posten im Aufsichtsrat. Außerdem bin ich Mitglied bei Terre des Femmes.

Und warum?

Mein ursprüngliches Motiv war, mit dieser Seite heiße Eisen anzufassen, an die sich viele nicht heranwagen und Wege aus einer Lebenskrise zu zeigen und wie Frauen diese bewältigen können.

Als ich mich – aus Gründen – intensiver mit Beziehungsgewalt beschäftigte, stellte ich fest, dass diese Gewalt sehr weit verbreitet ist (jede 4te Frau erlebt einmal oder mehrmals in ihrem Leben häusliche Gewalt). Erstaunlichweise wird aber nur wenig über dieses wichtige Thema gesprochen und geschrieben. Und wenn, dann fristen die entsprechenden Seiten und Bücher ein Nischendasein. Fast jeder hat eine betroffene Frau in seinem Umfeld oder ist selbst betroffen. Aber nur wenige wissen, wie viele Frauen das erleben, wie sich häusliche Gewalt darstellt, wie schwierig eine Trennung ist, aber dass Trennung der einzige Weg ist.Das öffentliche Bild von Beziehungsgewalt rückt diese an den Rand der Gesellschaft ins sozial schwache Milieu und zeigt Frauen mit grün und blau geschlagenen Gesichtern. Die Realität ist aber, dass Beziehungsgewalt in den besten Familien vorkommt und auch gerade starke, gebildete und emanzipierte Frauen trifft. Sehr, sehr häufig sind keine körperlichen Spuren von Gewalt sichtbar, weil der Missbrauch auf seelischer und emotionaler Ebene stattfindet. Besonders gebildete Frauen haben Schwierigkeiten, sich einzugestehen, dass sie Opfer von Beziehungsgewalt wurden. Ebenso große Schwierigkeiten haben sie, sich Hilfe zu suchen, weil sie sich schämen. Hinzukommt obendrein, dass nicht wenige Frauen falsche Ratschläge erhalten, wenn sie mit Freunden oder Verwandten oder sogar Ärzten und Therapeuten über ihre Erfahrungen sprechen wollen. Gern kommt die Frage, was die Frau wohl selbst dazu beigetragen hat, dass ihr dies angetan wurde und die Bemerkung, dass zu einer Beziehung immer zwei gehören.

Es gibt zu diesem Thema einige informative Seiten im Netz, die die ganz praktische Seite einer Trennung aus einer solchen Beziehung beleuchten, Sicherheitstipps geben etc.. Wenig liest man aber über die inneren Motive, die oft lange in einer solchen Beziehung halten. Man liest auch wenig darüber, wie eine solche Beziehung überhaupt zustande kommt. Es gibt außerdem viel zu wenig Hilfestellungen, welche inneren Veränderungen und Erkenntnisse nötig sind, um sich dauerhaft zu lösen. Eine Beziehung, in der Gewalt Einzug gehalten hat, kann man nicht mit üblichen Methoden retten. Man kann auch eine Trennung aus einer solchen Beziehung nicht mit einer „normalen“ Trennung vergleichen. Es ist aus meiner Erfahrung ganz wesentlich, an der inneren Einstellung und den inneren Bildern zu arbeiten, um eine erfolgreiche und dauerhafte Trennung zu erreichen. Denn eine Gewaltbeziehung hat Suchtcharakter und viele Gewaltopfer kehren zu ihrem Peiniger zurück.

Ich finde es außerdem wichtig, Role Models zu zeigen. Wie rutscht man in eine solche Beziehung hinein? Wie erkennt man die Gewalt? Wie befreit man sich? Wie haben es andere geschafft? Wie leben sie jetzt? Gibt es ein glückliches Leben nach einer solchen Erfahrung? Gibt es überhaupt noch andere, die das erleben? Aus diesem Grund habe ich eine Interviewserie ins Leben gerufen, in der Frauen ihren Weg in eine Gewaltbeziehung beschreiben und auch ihren Weg hinaus und wie sie jetzt leben.

Die Idee der Freundinnen-Begleitung entstand aus meiner eigenen Erfahrung mit mangelhafter Unterstützung nach einem Gewalterlebnis. Ich möchte das anbieten, was ich zur damaligen Zeit selbst gesucht habe: eine Unterstützung von einem Menschen, der selbst vieles erlebt hat und daher nicht vor schwierigen Geschichten zurückschreckt und der helfen kann, einen Weg hinaus aus einer schwierigen Lebenssituation zu finden, weil er die Stolpersteine aus eigener Erfahrung kennt.

Die Phoenix-Frau

Die Phönix-Frau ist eine Frau mit Vergangenheit.

“Jede hat doch ihre Vergangenheit”, wirst Du jetzt denken. Die Phönix-Frau hat eine Vergangenheit, die sie aus dem normalen Lebensablauf herausgeschleudert hat. Sie hat eine schwere Krankheit erlitten, sie hat wichtige Menschen plötzlich verloren, sie ist aus einer Gewaltbeziehung entkommen, sie hat eine traumatische Erfahrung in der Kindheit gemacht, sie hat ihre Arbeit verloren oder ihren gesamten Besitz. Ihr altes Ich ist mit dieser Erfahrung wortwörtlich verbrannt. Nun gibt es Frauen, die in der Asche liegenbleiben. Sie finden keine Kraft mehr für ein eigenes Leben. Sie bleiben in ihrem Leiden und finden keinen Weg mehr hinaus. Das ist nach einem so schweren Schock verständlich. Es gibt aber auch Frauen, die nach einer Zeit der Krise wie ein Phönix aufsteigen mit neuer Kraft. Diese Frauen sind geläutert. Sie sind so weit am Rand gewesen, dass manche Dinge nicht mehr wichtig sind, andere Dinge aber umso mehr. Sie gewinnen einen neuen Blick auf das Leben. Es entsteht ein anderes Verständnis und Bewusstsein. Sie haben durch ihren Weg ein extremes Maß an Unabhängigkeit und Freiheit entwickelt. Sie haben vielleicht eine sehr unkonventionelle, eigene Weise zu leben entwickelt. Dadurch machen sie anderen Menschen vielleicht Angst, anderen machen sie Mut. Sie können Inspirationsquelle sein für Menschen, die diesen Weg noch vor sich haben und selbst in eine Krise rutschen.

Zur Form: Auch wenn diese Seite sich vor allem an Frauen wendet, gendere ich nicht in meinen Texten – aus Bequemlichkeit, wie ich zugeben muss.

Zu meinen Tipps: Vieles habe ich selbst erlebt. Über anderes habe ich intensiv mit Menschen gesprochen, die diese Erlebnisse gemacht haben. Über manche meiner eigenen Themen schreibe ich neutral, weil manche heiße Eisen dies erfordern. Und auch wenn manche Texte wie allgemeingültige Ratgeber daherkommen, ist meine eigene Lebenserfahrung die Basis und ich erhebe nicht den Anspruch auf Richtigkeit, Vollständigkeit oder Allgemeingültigkeit.

Du erreichst mich gern per E-Mail, wenn Du mehr über mich wissen möchtest: kontakt@phoenix-frauen.de

6 Kommentar

  1. Toll! Ja auch ich bin in einer ähnlichen Lebenskonstellation und freue mich immer, wenn ich auf Frauen treffe, die darüber offen schreiben oder reden. Mir gefallen die Beiträge sehr. Ich habe gerade ein Buch über das Leben einer Singlemom geschrieben. Entstanden aus vielen Blogs. Warum? Weil ich diese ganzen Bücher, in denen man stets mit dem erhobenen Zeigefinger dazu angehalten wird, alles immer sehr ernst zu sehen und in denen man sich so oft gar nicht erkennt, leid bin. Ich finde, Erziehung hat auch viel mit Humor zu tun. Anders hält man den schwierigen Alltag gar nicht aus. Viele liebe Grüße!!

  2. Hätte ich diese Seite doch früher entdeckt! Ein Glück habe ich es vor nun fast 3 Jahren aus solch einer Beziehung geschafft raus zu kommen.
    Habe mich damals trotz Unterstützung von meinen Eltern sehr ausgeliefert und einsam Gefühlt.
    Es ist ja nicht nur der Abschied von der klassischen Familie, die man sich für sich und sein Kind gewünscht hat, sondern auch die Angst wie man es alleine schafft mit Kind und arbeiten wollen/müssen.
    Für mich ist der Glaube dass in jedem Menschen das Gute innewohnt kaputt gegangen. Vielleicht war ich auch naiv, aber das sei dahingestellt.
    Für mich war der Rausschmiss des Partners und Vaters nichts heroisches, sondern reiner Überlebensdrang für mich und meine Tochter.
    Ich hoffe sehr, dass Frauen/Männer die in einer gewalttätigen Beziehung sind und diesen Blog lesen, den Mut finden auszubrechen. Es ist keine Beziehung geschweige denn eine Familie, wenn mindestens einer- mit Kindern sind es ja in der Regel mehrere- die auf der Strecke bleiben.
    Wie oft habe ich versucht eine Lösung zu finden, wie oft hat er Besserung gelobt, wie oft hab ich geschluckt und mir eingeredet: das wird schon.
    Erst jetzt sehe ich, wie wenig ich in der Zeit von meiner Tochter mitbekommen habe. Wenn ich Bilder von damals ansehe erscheint es mir als habe ich alles nur unter einer Decke aus Angst mitbekommen, oder eben auch gar nicht…
    Es ist kein zuckerschlecken alleine, aber zurück möchte ich niemals mehr. Die Zeit des „Unterwasserseins“ hat mir aber auch geholfen jetzt viele Dinge neu zu sehen und vorallendingen wirklich zu genießen.
    Immer noch gibt es Zeiten der Angst, gehe bisher auch fast nie and Festnetztelefon, wenn es klingelt (trotz neuer Nummer). Aber na ja, wem erzähle ich das…
    Hoffe ich konnte ein bisschen Mut machen

    • Liebe Ceci,

      vielen Dank für Deine Offenheit. Gut, dass Du so mutig warst, Dich aus dieser Beziehung zu lösen. Ich hoffe, Du hast gute Unterstützung in Form von Freunden oder einer Therapeutin. Schau nach vorne. Ja, es ist traurig, dass die Beziehung Dich so viel Kraft gekostet hat, dass Du wenig von Deiner Tochter mitbekommen hast. Aber jetzt bist Du frei und kannst weitestgehend selbst über Dein Leben bestimmen, auch wenn Dich sicher noch viele Ängste verfolgen. Ich wünsche Dir viel Kraft!

      Herzliche Grüße
      Rona

  3. Liebe Rona, ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und finde es immer wieder bereichernd deine Beiträge zu lesen. Deine Ehrlichkeit und die Fähigkeit Dinge auf den Punkt zu bringen sind wirklich bewundernswert und ich habe mir schon öfter beim lesen gedacht: „Ja genau…so ist es“, konnte es aber nicht derart in Worte fassen…
    Ich selbst habe nur ein Kind und auch einen liebevollen Partner, der sich zumindest am Abend und an den Wochenenden um den Zwerg kümmert, aber selbst ich ( und ich kann einiges ab ) komme des öfteren mit den unterschiedlichen Rollen der Mutter, Karrierefrau, Ehefrau, Schwester, Tochter, Freundin,Kummerkasten, … an meine Grenzen….daher auch hier nochmals ein „Hut ab“ für alle Alleinerziehenden, oder Frauen mit Kindern, deren Männer es nicht als selbstverständlich erachten ihren Anteil an der Kindererziehung , dem Haushalt etc. zu leisten, oder es zumindest ehrlich zu würdigen. Danke für deinen inspirierenden Blog und ich hoffe, dass es Dir bald wieder besser geht und deine Depression nachlässt.

    • Liebe Coro,
      ganz lieben Dank für Deinen Kommentar, über den ich mich sehr freue. Es ist schön, wenn meine Texte auch Dich inspirieren können und ansprechen.
      Liebe Grüße
      Rona

  4. Hallo Rona, heute bin ich bei facebook auf deinen Beitrag aufmerksam geworden. Ich bin eine hochsensible Frau (HSP), die sich viele Jahre in ihrer Ehe die Schuld für das verletztende Verhalten des Mannes gegeben hat. All die Zeit hat er mich spüren lassen, dass ich ihn schon allein wegen der Geburt unserer Töchter unglücklich gemacht habe. In Auseinandersetzungen warf er das ein oder andere Mal mit Gegenständen, sogar mit einem Telefonbuch auf meinen Babybauch. Oft habe ich in den ersten Jahren versucht, mich zu lösen. Aber er sorgte dafür, dass ich mich schutzlos und ausgeliefert fühlte. Ich opferte mich auf, nur um zu gefallen und keine Konflikte zu verursachen. Im Sommer 2010 erwischte ich ihn mit einer Liebschaft zu einer anderen Frau. Ich setzte ihn vor die Tür, leider nicht nur einmal. Ich fühlte mich damals der Situation nicht gewachsen und vertraute mich in der Krise einem Therapeuten an. Da meine Selbstwahrnehmung extrem manipuliert war und ich die Realität nur verblendet wahrgenommen habe, konnte ich anfangs dem Therapeuten die vielen psychisch gewalttätigen Situationen mit Androhung von körperlicher Gewalt nicht schildern. Erst durch die Therapie öffnete ich mich und konnte den Schmerz zu lassen. Leider steigerte sich in der Zeit die Gewaltspirale und ich habe auch sexuelle unschöne Situationen erlebt. Nur langsam und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl konnten mich professionelle Helfer aus der Situation schützend begleiten. Meine Gesundheit hatte sehr gelitten, denn 2012 musste meine Schilddrüse vollständig entfernt werden. Bei dem Eingriff gab es Komplikationen, denn ich bekam innere Blutungen und musste mit einer zweiten OP gerettet werden. Ich denke, ich hatte keine Kraft mehr, gegen meinen Ex-Mann zu kämpfen – wollte aufgeben und das Schicksal entscheiden lassen, ob ich auf der Welt bleibe. Ich habe überlebt und mich inzwischen befreit. Ende 2014 war die Scheidung von meinem narzistischen Ex-Mann. Heute noch spüre ich eine tiefe Traurigkeit darüber, dass ich nicht in der Lage war, mich aus eigener Kraft zu schützen. Weil ich HSP bin, ist mir das Wohl des anderen immer wichtiger als mein Eigenes. Mich besser abzugrenzen und offen/mutig „Nein“ zu sagen, wenn mir etwas mißfällt, ist ein ständiger Lernprozeß geworden und mein Lebensthema. Ich danke dir von Herzen, dass du dich so aktiv mit dem Thema „Gewalt an Frauen“ auseinandersetzt und damit in der Öffentlichkeit stehst. Du gibst vielen Frauen und auch mir eine Stimme. Alles Liebe für Deine Zukunft 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.