Hier ist es ungerecht Über den Fokus auf Frauen und Mütter

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Da ich immer wieder den Hinweis erhalte, dass meine Seite zu einseitig ausgerichtet sei, möchte ich an dieser Stelle genauer erläutern, warum das so ist, warum ich genau so dazu stehe und warum das auch so bleiben wird.

Phoenix-Frauen richtet sich – wie der Name schon sagt – an Frauen und Mütter. Damit ist die Seite ganz bewusst einseitig und auf eine Zielgruppe fokussiert. Ich schränke mich auf Frauen und Mütter ein und ich verhalte mich bewusst parteiisch für Frauen und Mütter. Das tue ich, weil Frauen und insbesondere Mütter besonders von Beziehungsgewalt betroffen sind und auch den überwiegenden Anteil der Alleinerziehenden stellen. Da sie Frauen und vor allem Mütter sind, haben sie außerdem mit besonderen strukturellen Schwierigkeiten zu kämpfen, die für alle Frauen und Mütter gelten.

Da ich selbst Frau und Mutter bin, kann ich genau über diese Erfahrungen und Schwierigkeiten aus meiner Warte glaubwürdig schreiben. Ich schöpfe dabei aus meinem privat erarbeiteten Wissen und erhebe nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Professionalität oder gar Neutralität. Mein Blickwinkel ist geprägt von eigenen Erfahrungen und von Erfahrungen anderer Frauen und Mütter, über die ich lese oder von denen ich höre und die sich in vielem ähneln. Damit ist das hier geschriebene subjektiv.

Es geht also hier darum, genau für diese Erfahrungen einen geschützten Raum zu schaffen und genau für diese Erfahrungen Tipps und Hinweise zur Bewältigung zu geben. Damit entsteht eine Nische, die für offizielle Medien heute kaum noch möglich ist.

Der Fokus auf Frauen und Mütter ohne Cis und Sternchen ist mir auch aus dem Grund wichtig, weil ich beobachte, dass spezifische Probleme von Frauen und Müttern zunehmend unsichtbar werden unter einem Deckmantel der Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Mir ist bewusst, dass Partnerschaftsgewalt auch für andere Geschlechter und Gruppierungen ein großes Problem darstellen kann. Viele Erfahrungen und Hinweise lassen sich übertragen. Und trotzdem stehen für mich die Frauen und Mütter im „herkömmlichen Sinn“ im Vordergrund, weil sie in patriarchalen Strukturen das erste Unterdrückungsziel sind. Und nein, ich gendere auch in meinen Texten nicht. Ich habe schlicht keine Lust dazu und ich bin nicht der Meinung und es ist auch nicht mein Ziel, dass ich damit sprachlich andere ausschließe oder benachteilige.

Als Inhaberin dieser Seite nehme ich mir das Recht heraus, Kommentare zu löschen oder zu kürzen, die mir nicht passend erscheinen oder die geschilderte Erfahrungen verharmlosen. Außerdem lösche ich Links zu externen Seiten, wenn mir diese als nicht hilfreich erscheinen, oder wenn die Kommentare benutzt werden, um für den eigenen Blog oder ein eigenes Produkt Werbung zu machen oder Klicks zu generieren. Ich lösche allerdings nur in seltenen Fällen und lasse immer wieder auch kritische Kommentare zu.

Ich finde, ich als Frau und Mutter darf mir herausnehmen, keine Rücksicht auf alle möglichen anderen zu nehmen und allen möglichen anderen gerecht zu werden. Genau in dieser Haltung des „lieben Mädchens“ liegt nämlich oft ein Anfang von Überschreitung meiner Grenzen und Missbrauch. Ich kann und möchte es mir nicht mehr leisten, mich um alle und jeden zu kümmern. Ich nehme mir das Recht heraus, lautstark und gern auch mal unangenehm nur für Frauen und Mütter einzutreten. Das ist viel und völlig ausreichend. Ich verpflichte mich dabei nur meinem eigenen Gewissen und meinem Anspruch. Von Gewaltfreier Kommunikation und anderen konstruierten Kommunikationsvorschriften halte ich wenig. Trotzdem werde ich mich immer möglichst respektvoll und differenziert äußern.

Auf Diskussionen über das Warum und Wieso und auch auf Unterstellungen, ich würde mich dadurch diskriminierend, gewalttätig, rassistisch oder sexistisch verhalten, werde ich nicht eingehen. Du bist nicht gezwungen, Dich auf dieser Seite aufzuhalten, wenn Du Dich nicht ausreichend respektiert und vertreten fühlst oder wenn Du das hier alles ungerecht findest. Niemand muss meine Texte lesen. Ansonsten hoffe ich, dass die, für die ich diese Seite schreibe, sich wiederfinden und aufgehoben fühlen und dass sie neue Erkenntnisse und Unterstützung für sich gewinnen können. Ich hoffe auch, dass auch Nichtbetroffene durch meine Seite mehr Verständnis gewinnen und Frauen und Müttern unterstützend beistehen.


Bild: Pixabay, ILoveAfrica

8 Kommentar

  1. „Die schlechtesten Früchte sind es nicht, an denen die Wespen nagen.“ (Schiller)

    Die Beiträge von Rona Duwe sind immer von höchster Professionalität, auch wenn sie sich selber bescheiden gibt. Was Rona Duwe in ihren Beiträgen schreibt, stimmt genau auf den Punkt. Wer Rona Duwe Ungerechtigkeit vorwirft oder gar, sie würde sich „diskriminierend, gewalttätig, rassistisch oder sexistisch verhalten“, muss sich schon fragen lassen, was seine Motive sind, dass so offenbar versucht wird, eine Frau Mundtot zu machen, die sich für Gewaltschutz für Frauen und speziell Mütter stark macht!

    Einer Bloggerin, die über die neuesten Modetrends schreibt oder in ihrem Blog Schminktipps gibt, wird auch nicht Diskriminierung, Sexismus etc. vorgeworfen, weil sie z. B. nur Mode für junge, schlanke Frauen, aber nicht für alte, dicke Männer vorstellt, oder weil sie nur Schminktipps für weißhäutige Frauen, aber nicht für dunkelhäutige Männer gibt. Wenn Frauen also zu oberflächlichen Themen bloggen, dann dürfen sie sich ruhig nur an eine bestimmte Zielgruppe wenden – wenn es aber um Themen geht, bei denen sich manch einer eventuell ertappt fühlt, dann soll Frau als Bloggerin den Mund halten?

    Nein! Es ist richtig und wichtig, dass Rona Duwe und andere mutige Frauen diese schändliche Thematik ansprechen und anprangern! Denn in der partriarchalen Welt, in der wir leben, MÜSSEN Frauen, Mütter und ihre Kinder vor Gewalt geschützt werden!

    Gewaltschutz ist ein Menschenrecht!

    • Vielen Dank, Johanna-Astrid. Ich fühle mich geschmeichelt und ich musste zwischendurch schmunzeln. Ich finde auch: diese Themen gehören genau so in die Öffentlichkeit und zwar genau mit der hauptsächlich betroffenen Zielgruppe.

    • Absolut richtig! Ich bin absolut Deiner Meinung! Du hast es gut auf den Punkt gebracht, somit bleibt mir nicht mehr viel zu schreiben.

      Mir hat diese Seite hier förmlich das Leben gerettet. Ich fühlte mich zum ersten mal in 20 Jahren verstanden und aufgehoben! Noch dazu habe ich hier schwarz auf weiß Texte, Gefühle und Worte für meine Verzweiflung gefunden, die ich alleine niemals gefunden hätte. Ja, ich bin absolut überzeugt, dass diese Seite hier mir förmlich das Leben gerettet hat, in der schlimmsten Zeit meines Lebens! Ich war vollkommen am Boden zerstört und dachte nicht, dass jemand genau das Gleiche erlebt haben könnte. Aus Zufall und aus verzweifelter Suche nach Erklärungen für meine Situation bin ich hier „Gott sei Dank“ gelandet.

      Ich denke genau das ist der Grund den Rona Duwe bewegt, „Ihre Seite“ hier zu weiter zu schreiben. Genau für diese Frauen, die die gesamte Gesellschaft hängen lässt. Sogar manchmal die, die eigentlich scheibar genau diesen Frauen in der realen Welt helfen sollten. So habe ich es erlebt und immer wieder die Schuld bei mir gesucht. Das war eine absolut gefährliche Situation für mich. Rona hat mir genau in diesen Situationen immer wieder helfend zur Seite gestanden, vermutlich sogar ohne es genau zu wissen. Sie gab mir immer die richtigen Tipps zur richtigen Zeit.
      Ich wünsche mir, dass Rona das erfährt, damit Sie eben weiter auf Ihrer Linie bleibt. Egal wieviele Personen sie kritisieren. Denn Kritiker gibt es immer, egal was jemand macht.

      Ich danke Dir von Herzen Rona Duwe!

      Liebste Grüße
      Susanne

  2. Liebe Rona,

    ich schätze Deine Beobachtungs- und Formulierungsgabe der klaren Sprache.

    Eine Chance auf Situationsverbesserung für Alleinerziehende gibt es für mich nur mit Tatsachenschilderungen.

    Den Finger in die Wunde zu halten, verändert ggf. ein Umdenken…

    HAARE HOCH ohne Weichspüler liebe Rona

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