Unterhalt, Wechselmodell und anderes Geldspielzeug Ein Rant

InAlleinerziehend, Beziehungsgewalt, Familienpolitik
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Eigentlich dürfte ich mich nicht ärgern. Seit Monaten habe ich mir endlich mal wieder ein verlängertes freies Wochenende organisiert. Das ist dringend nötig bei meinem Erschöpfungszustand. Die Kinder sind zu Hause bei Oma und Opa. Die Oma ist 70. Es wird nicht mehr lange möglich sein, dass sie die Kinder nimmt. Schon dieses Mal habe ich mehrfach hin- und herüberlegt, ob ich ihr das zumuten möchte und habe bewusst ein Wochenende gewählt, damit der Opa auch zu Hause ist.

Und was ist mit den Vätern? In unserem Fall – wie in gar nicht wenigen anderen Fällen – fallen die Väter zunehmend aus. Zum einen will das Kind nicht mehr. Der andere erwidert auf meine bitter-freundliche Nachfrage, ob er denn in den Herbstferien mal Zeit für seinen Sohn hat, dass er keinen freien Tag mehr hat. Tja. Ob und wie ich das mit meinen freien Tagen und meiner Berufstätigkeit organisiere, interessiert keinen. Wie es dem Sohn damit geht, dass sein Vater seit Jahren kaum noch Zeit für ihn hat (noch nicht mal für einen Anruf oder einen Brief), interessiert auch keinen.

Gestern Abend lese ich dann, dass nun ein Unterhaltsvorschuss für Kinder alleinerziehender Eltern bis zum 18. Lebensjahr gewährt wird – ohne die bisherige Beschränkung auf 6 Jahre. Das ist ein wichtiger Schritt, um Kinder aus der Armutsfalle zu holen. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack: In Deutschland übernimmt nun also der Steuerzahler die Kosten, die eigentlich der andere Elternteil – größtenteils der Vater – zu tragen hätte. Statt von staatlicher Seite mal richtig Druck auf die zahlungsfähigen, aber -unwilligen Väter zu machen, regelt man das lieber über staatliche Gelder.

Das macht mich, wie vieles andere in den letzten Tagen und Wochen, ziemlich sauer.

Dazu möchte ich sagen: Meine Söhne sind in der glücklichen Lage, Unterhalt zu erhalten – vom einen Vater freiwillig, vom anderen nur durch Druck einer Beistandschaft beim Jugendamt. Die Beistandschaft unterstützt in unserem Fall wirklich nachhaltig die Interessen des Sohnes (denn darum geht es. Das ist nicht mein Geld). Das ist aber – wie ich von vielen anderen alleinerziehenden Müttern erfahren durfte – ein Glücksfall. Man lese bei Interesse z.B. mal bei mamamotzt. Ich habe jetzt die Zahlen nicht parat. Aber soweit ich es in Erinnerung habe, zahlen mehr als 50% der Väter (sic!) keinen Unterhalt an ihre Kinder. Wie Verena Schulemann vor einiger Zeit schrieb: es ist für den Staat leichter (und wichtiger?) GEZ-Gebühren einzutreiben als säumigen Unterhalt. Jahrelang haben das vor allem alleinerziehende Mütter und insbesondere ihre Kinder ausgebadet. Nur durch den zunehmenden Druck der Alleinerziehenden bewegt sich nun etwas. Durch das neue Gesetz können sich nun aber auch heute noch viele, viele Väter aus der Verantwortung ziehen.

Jaja, ich weiß übrigens was jetzt kommt: Jetzt kommt (tusch!) das Wechselmodell. Erst kürzlich sah ich mir einen Facebook-Livestream an, in dem ein Vater von einer Väterinitiative zu Wort kam, um mit Frau Schwesig zu sprechen. Er konnte frank und frei behaupten, es gäbe ja keine Alleinerziehenden, weil es ja noch den anderen Elternteil gäbe. Man müsste das anders benennen, z.B. getrennterziehend, und endlich mal für Gleichberechtigung der Geschlechter nach einer Trennung sorgen. Die (armen, armen) Väter kämen ja gar nicht zum Zuge bei ihren Kindern, weil sie durch die extrem hohen Unterhaltszahlungen und veraltete Umgangsregelungen (jedes 2. Wochenende) vergrault würden. (Ich übertreibe, ja.) Außerdem müsse das mit dem Unterhalt anders geregelt werden, wenn der Vater sich mehr kümmere, weil dann ja viel höhere Kosten anfallen.

Kurz gesagt: es geht hier – mal wieder – in erster Linie um Geld.

Um wieviel Geld geht es denn? In vielen Fällen um ca. 400 EUR monatlich pro Kind. In noch mehr Fällen ist es viel, viel weniger – oder eben nix. Das Kindergeld wird hälftig angerechnet, und zwar egal, ob der Vater sich wirklich kümmert oder nicht. Unterhalt ist einkommensabhängig und abhängig von der Kinderzahl. Wenn man nichts hat (angeblich), zahlt der Staat. Es gibt z.B. keinen staatlichen Druck, dass man sich doch bitte mal einen neuen Job sucht, damit man sein Kind versorgen kann. Übrigens soll dann mit den 400 EUR (oder weniger) eigentlich alles abgedeckt sein, auch Kitakosten usw. (Bei Facebook kommentierte jemand, dass das mit den Kitakosten wohl juristisch so nicht stimmt. Danke! Ich kenne dennoch viele, die das alles allein zahlen mit dem Argument der Väter, mit dem Unterhalt hätten sie ihre Schuldigkeit getan).

Die nicht mehr allerneuste Idee der Väterinitiativen ist jetzt: das Wechselmodell. Weil – logisch – da muss man ja nichts zahlen an die Ex (ach ne, an das Kind). Bei einer 50% Teilung der Betreuung gibt es – so der Wunsch – keine Unterhaltszahlungen mehr. Wir hatten mal ein So-Gut-Wie-Wechselmodell ohne Unterhaltszahlungen. In diesem Fall fragt aber keiner, wer denn eigentlich die wichtigsten Anschaffungen für das Kind macht (Schuhe, Kleidung, Laufrad, Kinderstuhl, Spielzeug, Schwimmkurs, später Taschengeld etc.) und wer die Termine beim Kinderarzt etc. wahrnimmt (weil der Vater ja arbeiten muss). Pech, wenn das dann mal wieder größtenteils einer macht. Da muss man dann drüber reden. Aber wenn dann der andere sagt: „Schwimmkurs brauchen wir nicht … Spielzeug braucht das Kind hier nicht … für Kindermöbel hab ich kein Geld … ich kaufe (nicht schöne) sondern nur total zerschlissene 2nd-Hand-Kinder-Klamotten (während ich mich in Markenkleidung stecke) und ich habe nur Kinder-Unterhosen … ich muss arbeiten, es gibt kein Kinderturnen.“ Pech! Für’s Kind. Ihr könnt Euch denken, worauf das hinausläuft.

Ich habe nichts gegen das Wechselmodell. Aber es ist vom Kind und von den Eltern abhängig, ob das läuft. Wenn das (natürlich hintenrum) als Kostensparmodell für die Väter angelegt ist, geht es nicht um das Wohl des Kindes. Ich möchte ketzerisch in den Raum stellen, dass es in vielen Fällen, in denen das Wechselmodell gefordert wird, aber genau um das geht. Und es geht gern auch um Macht, die den Müttern ja gern in die Schuhe geschoben wird (siehe Mütterthron).

Das Wechselmodell funktioniert (wie eine gute, wirklich gleichberechtigte Elternschaft) nur, wenn beide sich gleich verantwortlich fühlen – finanziell, organisatorisch und vor allem vom Herzen her. Die Eltern müssen sich noch gut verstehen und miteinander reden können. Außerdem sollte das Kind im Mittelpunkt stehen. Es gibt Kinder, die nicht ständig zwischen ihren Eltern wechseln wollen oder denen das einfach nicht gut tut.

Und um eines mal ganz deutlich zu sagen: Bereichern kann man sich am Unterhalt nicht! Der klassische Kindesunterhalt reicht meistens nicht, um die Kosten für die Kinder zu decken (geschweigedenn in Saus und Braus als Mutter faul in der Wellness am Pool zu liegen). Es ist auch so nötig, dass man über Berufstätigkeit und/oder staatliche Unterstützung aufstockt.

Und leider bin ich immer noch nicht fertig mit meiner Litanei. Ob man sich kümmert oder nicht, ist immer noch freie Entscheidung der Väter. Es gibt keine Möglichkeit, einen Vater zu zwingen, sich um sein Kind zu kümmern. Denn: viele, viele Väter kümmern sich nicht. Und das liegt nicht, wie gern behauptet wird, vor allem an den Müttern.

Es gibt Väter, die – nachdem sie monatelang Terror über das Jugendamt wegen angeblichem Kindesentzug gemacht haben – plötzlich einfach von der Bildfläche verschwinden. Es gibt Väter, die sich angeblich gut kümmern (alle zwei Wochen 4 Stunden) und in der Umgangszeit so mit ihrem Kind umgehen, dass das Kind nicht mehr mit ihm zusammen sein will. Als Mutter wird man dann beim Jugendamt danach gefragt, was man denn getan hat. Die Mütter sollen auf das Kind einwirken, dass es gern zum Vater geht. Wie der Vater sich wiederum verhält, ist scheinbar egal. Es kommt selten vor, dass der Vater gebeten wird, sein Verhalten zu überdenken und zu ändern, weil das Kind nicht mehr zum Vater will. Zu Beratungsstellen gehen viele Väter ja sowieso nicht gern. Das Ende vom Lied ist in vielen Fällen, dass das Kind seinen Vater verliert. Der Vater wiederum schiebt die Verantwortung auf die Mutter und das (bockige und von der Mutter schlecht erzogene) Kind.

Der Vater ist mittlerweile so wichtig geworden, dass selbst Väter die gewalttätig sind, ein Recht auf Kindesumgang haben. Das Recht auf Umgang steht in Deutschland sogar vor dem Recht auf Gewaltschutz. Sogar nach einer Trennung aus einer Gewaltbeziehung muss eine Frau daran mitwirken, dass eine schnelle Umgangsregelung zustande kommt. Dass über diesen Weg, der gewalttätige Ex nach wie vor großen Zugriff auf die Frau hat, ist jedem klar. Nur dem Gesetzgeber nicht. Und wenn die Kinder nicht wollen, weil sie Zeugen der Gewalt wurden, liegt das eher am schlechten Einfluss der Mutter, als am Verhalten des Vaters. Eine Mutter, die sich Sorgen um ihre Kinder macht, weil sie Angst vor dem Verhalten des Vaters hat, wird gezwungen gegen ihre Ängste anzugehen und vor den Kindern so zu tun als wäre alles in Ordnung. Und all das nur, damit der Vater Umgang hat. Um die Kinder geht es hier nicht. Das zum Thema: mangelnde Gleichberechtigung zwischen den Elternteilen.

Wie schon Textscheune schrieb: „Getrennte Vaterschaft ist [immer noch] Zucker“ – auch weiterhin staatlich unterstützt.


Bild: Pixabay, Unsplash

22 Kommentar

  1. Das Wechselmodell ist keine Erfindung der Väterbewegung, sondern von Psychologen. Denn Kinder brauchen Väter und nicht nur ihr Geld. Die eigenen Ängste sollte Frau nicht auf die gemeinsamen Kinder projezieren. Auch wenn es nicht immer einfach ist, auf die ungeteilte Liebe vom Kind zu verzichten.

    • Dein Wort im Ohr der vielen, vielen Väter, die noch nicht einmal Zeit für einen Anruf, einen Tag, ein Wochenende geschweigedenn Ferien mit ihren Kindern haben (wollen). Und – by the way – es gibt auch viele Psychologen, die das Wechselmodell ablehnen oder sehr kritisch sehen, auch wenn ich nicht grundsätzlich dagegen bin.

      • Jedenfalls sollte es den Vätern, die sich um ihre Kinder kümmern wollen nicht unnötig schwer gemacht werden.

  2. Find ich sehr gelungen wie du dich hier an die Thematik Arsch-Macker Väter, Gewalt gegen Kinder und Frauen, Kindesentmachtung, Erpressung von Müttern, usw rangemacht hast!!! Grosses Lob!!!

    • Danke. Arsch-Macker-Väter würde ich sie zwar nicht nennen wollen, aber es gibt schon viele Fakten und Erlebnisse, die sehr wütend machen.

  3. Ich hab wirklich mit Interesse gelesen. Is es zum Thema Wechselmodel kam und ich kurz vorm Kollaps war.

    Es bestreitet niemand, dass es Väter – wie Mütter – gibt denen die Kinder am Arsch vorbei gehen. Es gibt auch Väter die nicht zahlen wollen (auch nicht toll), es gibt aber auch Frauen die es genau so wollen um ihr Leben zu Finanzieren!

    Natürlich nicht die Mehrheit, dass sollte man doch aber bitte immer beachten!

    Und beim Wechselmodell bitte nicht streng von 50/50 ausgehen, auch hier gibt es viele Wege nach Rom!

    Aber auch hier lehnen die meisten Mütter ab. Sie bekommen ja per se die Kinder und der Vater soll zahlen. Alle 14 Tage mal den bespaßer spielen, aber wehe er will öfter Verantwortung zeigen. Dann wird es nämlich schnell zu viel und es kommt die Angst, dass er nicht mehr zahlen muss und man selbst nicht mehr als alleinerziehende gilt.

    Hier geb ich einem anderen Kommentar völlig Recht, dass unsere Gesetze endlich reformiert gehören und dem 21 Jahrhundert angepasst, in welchem wir inzwischen Leben. Und dabei kann man auch die Unterhaltszahlung so anpassen, dass der andere Elternteil schon zahlen wird, mit gewissen Druck.

    Nur Geld Geld Geld. Mich nervt das. Kindern ist das scheiss egal, sie wollen Mama und Papa!

    • Hallo Herr Borchert,

      Ihr Kommentar wurde bei mir als Spam gefilter wegen einer unbekannten IP. Ich habe ihn nun dennoch freigeschaltet, da ich beide Seiten zu Wort kommen lassen möchte.

      Nur mit Unterhalt sein Leben zu finanzieren halte ich für fragwürdig. Mir ist kein Fall bekannt, in dem das funktioniert.

      Dass Frauen beim Wechselmodell ablehnen, kann viele Gründe haben. Ob ein Wechselmodell gut funktioniert, hängt ebenfalls von sehr vielen Faktoren ab. Jede Beziehung verläuft unterschiedlich. Ähnlich ist es mit Trennungen. Dasselbe gilt übrigens auch für die Kinder. Manche Kinder kommen gut mit dem Wechselmodell klar. Andere gar nicht. Im Übrigen lässt die aktuelle Situation einer sehr großen Zahl von Alleinerziehenden, die ohne Unterhalt und ohne Umgang zurechtkommen müssen, nicht vermuten, dass viele Väter großes Interesse an einem Wechselmodell haben.

      Meine Beobachtung ist, dass bei der ganzen Streiterei am wenigsten nach den Kindern gefragt wird und dass es stattdessen sehr viel um die angeblich mangelnde Gleichberechtigung der Väter geht. Es fordern allerdings auch Väter Gleichberechtigung nach einer Trennung, die vorher nie an Gleichberechtigung in der Partnerschaft gearbeitet und gedacht haben und die sich wenig um gemeinsame Kinder gekümmert haben (und das nicht nur, weil ihre Frauen sie nicht gelassen haben).

      Ein Wechselmodell funktioniert meiner Meinung nach nur, wenn beide Partner im Interesse des Kindes reden, handeln und denken können und nicht massiv verstritten sind. Bei einer Trennung wegen Gewalt in der Beziehung kann ein Wechselmodell dazu dienen, weiterhin Kontrolle, Macht und Gewalt über die Ex-PartnerIn und gemeinsame Kinder zu haben. Daher ist ein Wechselmodell als erzwungene Standardlösung mit Vorsicht zu genießen.

      Und nein, es geht nicht nur um Geld. Aber es geht AUCH um Geld. Kinder kosten und Kinder brauchen verlässliche Bezugspersonen, die sich für sie verantwortlich fühlen – sowohl finanziell, als auch organisatorisch, als auch vom Herzen und von der Zeit her.

  4. Es ist schade, dass es hier wie so oft statt um konstruktive Lösungen scheinbar nur darum geht, Väter in ein schlechtes Licht zu rücken. »Es gibt die dieses … « und »Es gibt Väter die jenes …«. Ja, das ist bekannt. Auf jeder mir bekannten Väterplattform beschweren sich Väter, die sich lieben gerne um ihre Kinder kümmern würde, das aber aufgrung der derzeitigen gesetzlichen Regelungen nicht können/dürfen darüber, mit jenen schwarzen Schafen in einen Topf geworfen zu werden, die ihre Verantwortung als Väter nicht ernst nehmen. Und statt gemeinsam zu überlegen, wie man diese »schwarzenSchafe« in die Pflicht nehmen kann, wir hier pauschal auf alle Väter eingedroschen.

    Wenn irgend ein ein Wirrkopf fordern würde, allen Frauen den Führerschein weg zu nehmen, weil einige nicht Autofahren wollen und einige Frauen das nicht können, dann würden sich – mit vollem Recht – alle Frauen und Männer darüber empören. Wenn aber gefordert wird, ein System zu schützen, das alle Väter nach einer Trennung von der Betreuung ihrer Kinder ausschließt, weil einige das eh nicht wollen, klatscht frau heftig Beifall.

    Wechselmodell bedeutet kein zwangsweises 50/50 ungeachtet der individuellen Situation und gegen den Willen der beteiligten. Es bedeutet, das sich BEIDE Eltern GLEICHBERECHTIGT und auf Augenhöhe auf ein Betreuungsmodell einigen. Das kann 50/50, 40/60, 30/70 oder auch ein herkömmliches Residenzmodell sein, wenn das dem Kindeswohl entspricht und für alle Beteiligten gut lebbar ist. Aber es bedeutet vor allem, dass das Recht des Kindes auf beide Eltern besser geschützt ist und dass kein Elternteil den anderen mehr gegen dessen Willen zur Gänze von der Betreuung der gemeinsamen Kinder ausschließen kann.

    Der Mythos, dass das Wechselmodell nur funktioniert, wenn sich beide Eltern »gut verstehen« wird überall widerlegt, wo das Wechselmodell praktiziert wird. Die gemeinsame Verantwortung, die Tatsache, dass kein Elternteil entwertet und ausgeschlossen wird, wirkt deeskalierend. Umgekehrt bedeutet die billige Floskel jedoch, dass ein Elternteil alleine das Wechselmodell jederzeit vereiteln kann, indem er sich unkooperativ und streitsüchtig verhält.

    Das Wechselmodell – also die fairere Aufteilung von Erwerbs- und Betreuungsarbeit – zwischen Frauen und Männern hätte auch einen positiven Effekt auf die Lohnschere (Gender Pay Gap) und würde die Gefahr von Altersarmut bei so genannten alleinerziehenden Müttern reduzieren. In Schweden, wo das Wechselmodell Standard ist, ist das belegt. Ebenso die Tatsache, dass nicht nur Kinder und Väter sondern auch Mütter im Schnitt bessere Gesundheits- und Zufriedenheitswerte aufweisen, wenn sie im Wechselmodell leben. Der »Verband der berufstätigen Mütter« fordert übrigens auch die Eiführung des Wechselmodelles als anzustrebendes Standardmodell, ebenso wie der Europäische Rat (Resolution 2079).

    Kindererziehung und -betreuung sind viel zu wichtig um als Spielwiese für ideologische Grabenkämpfe und Geschlechterkriege missbraucht zu werden. Es geht nur miteinander. Es gibt nicht »die bösen Männer«. Ebensowenig wie es »die bösen oder guten Frauen« gibt. Es gibt Arschlöcher und nicht Arschlöcher – und zwar beiderlei Geschlechts. Und statt das Feld den Arschlöchern zu überlassen wäre es meiner Meinung zielführend Brücken zu bauen und über Geschlechtergrenzen hinweg gemeinsame Lösung zu erarbeiten.

    • Dieser Artikel ist ein Rant und aus der Wut heraus geschrieben. Ich schreibe nirgends, dass das für alle Väter gilt und dass alle Männer böse sind. Und: der Anteil der Väter, die keinen Unterhalt zahlen, IST sehr, sehr hoch. Daran ist nicht zu rütteln. Es gibt ebenso nicht unerheblich viele Väter, die sich wenig bis gar nicht um ihre Kinder kümmern. Und das, finde ich, darf mal gesagt werden. Schön wäre, wenn das auch mal Väter, die sich kümmern wollen, deutlicher sagen würden.

      Ich verfolge auch Diskussionen von Väterrechtlern. Den Ton in diesen Foren und auch in Kommentaren empfinde ich als sehr aggressiv und frauenfeindlich. Ich sehe dort meist kein Bestreben nach Konsens. Stattdessen lese ich viel Feindseligkeit, Rachegedanken, mangelnden Respekt. Mein Ziel ist nicht, Männer grundsätzlich verachtend darzustellen. Mein Ziel, ist meine Erfahrungen und die Erfahrungen vieler anderer Frauen und Kinder zu benennen.

      Wenn jahrelang der Brückenbau nur von einer Seite erfolgt, kracht die Brücke. Wie es scheint sind häufig die falschen Männer und Frauen zusammen.

      Alles Gute.

      • Wie gesagt, in den Foren, in denen ich verkehre, verstehen sich die teilnehmenden Väter, Mütter, neue Lebenspartnerinnen, Großeltern … nicht als »Väterrechtler« sondern als »Kinderrechtler«, frauenfeindliche Äusserungen werden nicht geduldet, der Frauenanteil beträgt über 40% und es herrscht Einigkeit darüber, dass das Recht von Kindern auf beide Eltern im Mittelpunkt aller Überlegungen zu stehen hat. Vielleicht bist du einfach in den falschen Foren?

        In Österreich können Väter, die mit ihren Unterhaltszahlungen – ob vorsätzlich oder unverschuldet – in Rückstand geraten, innerhalb weniger Tage exekutiert werden. Und zwar bis zu 25% UNTER das EXISTENZMINIMUM! Bei Uneinbringlichkeit springt der Staat mit Vorschüssen an die Mutter ein und regressiert später beim Vater. Selbst ein Privatkonkurs tilgt in Österreich keine Unterhaltsrückstände. Ein Vater, der einmal in die Armutsfalle gerät, hat kaum eine Chance jemals wieder heraus zu kommen. Dass ein Mutter gar keinen Unterhalt – ob vom Vater oder vom Staat – bekommt, ist eigentlich gar nicht möglich.

        Auch hier ist statistisch belegt, dass Väter mehr und regelmäßiger Unterhalt bezahlen, je regelmäßiger sie Kontakt zu den Kindern haben und stärker sie in der Erziehung eingebunden sind.

        Meiner Ansicht wäre das Wechselmodell auch hier zum Vorteil vieler Mütter, weil es ihnen die Möglichkeit böte, finanziell unabhängig zu leben und eben nicht mehr in solchem Ausmaß von Unterhalts- und Transferzahlungen abhängig zu sein. Ehrlicherweise muss man aber auch zugeben, dass es viele Frauen gibt, die das nicht wollen. Für eine Gruppe von Frauen ist das »Alleinerziehendsein« auch Lebensziel. Diese Mütter wollen keiner Erwerbsarbeit nachgehen und denken nicht daran die Kinderbetreuung paritätisch zu teilen.

        Ich bin davon überzeugt, dass der Großteil aller Mütter es als fürchterliche Diskriminierung und Ungerechtigkeit empfinden würden, würden über 90% aller Kinder nach Trennungen bei ihren Vätern leben, die Frauen wären Geldunterhaltspflichtig, bekämen ein 14-tägiges »Besuchsrecht« und hätten keinen gesetzlichen Anspruch mehr auf Familienleben und Alltag mit ihren eigenen Kindern.

        • Ich möchte nur noch einmal zu ihrem letzten Absatz Stellung nehmen: Die Väter, die das alleinige Umgangs- und Sorgerecht nach einer Trennung durchsetzen (in nicht wenigen Fällen gewalttätige Väter) und die Kinder auch gegen ihren Willen und mit Polizeigewalt zu sich nehmen, setzen auch die Unterhaltszahlungen ihrer Ex-Frauen mit allen Mitteln durch. Diese Väter verhindern mit größter Selbstverständlichkeit einen Umgang der Mutter auch gegen den Willen des Kindes. Es gibt international viele Fälle, bei denen das geschieht. Unter anderem auch in Dänemark oder in Ländern, wo das Wechselmodell der Regelfall ist. Der Aufschrei der Mütter interessiert keinen. Dass häusliche Gewalt nachweislich vorlag, gilt häufig nicht als Argument vor Gericht. Wenn Sie sich etwas intensiver mit Gewaltbeziehungen beschäftigen würden, würden sie sicherlich anders urteilen.

    • Lieber Martin,
      Du hast ja recht. Für alle Beteiligten wäre ein funktionierendes Wechselmodell eine gute Lösung. Insbesondere für die Kinder, wenn sie einen guten Kontakt zum Vater haben.
      Ich persönlich habe aber leider einen Vater erwischt, der seit einiger Zeit arbeitslos ist, die Kinder aber nicht mehr nimmt als notwendig. Dies auch ablehnt, obwohl ich darum gebeten habe, da ich arbeitend im neuen Job und die Kinder betreuend nicht mehr weiß wo mir der Kopf steht mit einem 5-jährigen mit ADHS und einer vorpubertierenden 9-jährigen. Begründung: der Sprit hin und zurück zum Abholen kostet 4,- Euro und die Kinder essen zu viel. Auf den Kindesunterhalt soll ich (nicht die Kinder!!) jedoch anteilig verzichten, da er sonst kein Geld mehr zur Verfügung hat.
      Ich würde gerne den Vater mehr einbinden und würde es auch gut finden, da er ja mehr Zeit hat, um sich zu kümmern und die Kinder das auch wollen und gerne bei ihm sind. Nach mehrmaliger Aufforderung er möge doch ein Betreuungs-/Bezahlungsmodell vorschlagen, dass er für angemessen hält und was auch seine Belange berücksichtigt, habe ich bisher keine Antwort bekommen. Wie also kann ich das Wechselmodell ihm vorschlagen bzw. einführen?
      Immerhin können meine Kinder sich glücklich schätzen, dass er den Unterhalt fast ohne Aufforderung bezahlt.

      Es sind nicht alle Väter böse und zahlungsunwillig und nicht alle Mütter sind böse und verweigern den Umgang. Das steht aber auch nicht im Text. Das dort Ausnahmen auf beiden Seiten nicht explizit genannt sind, ist doch klar. Es muss also von beiden Seiten eine gemeinsame Lösung zu Gunsten der Kinder gesucht und gefunden werden. Denn nur dann geht es auf lange Sicht gut aus für sie.

      • Liebe Aneesha,
        du hast vollkommen recht – es gibt nicht DIE Frauen und auch nicht DIE Männer. Es gibt leider genauso Väter, die ihre Verantwortung den Kindern gegenüber vernachlässigen, wie es Mütter gibt, das tun. Und genauso wie das Familienrecht keine effektive Handhabe gegen Mütter bietet, die ihren Kindern den Vater vorenthalten, bietet es leider auch keine effektiven Maßnahmen gegen Väter, die ihre Kinder vernachlässigen. Das Recht von Kindern auf beide Eltern wird in Deutschland und in Österreich eleider so gut wie nicht geschützt – und das gilt für beide Richtungen.

        In meiner Vorstellung einer faireren Aufteilung von Betreuungs- und Erwerbsarbeit bzw. einer gerechten Umsetzung des Doppelresidenzmodelles würden große Einkommensunterschiede und auch der freiwillige Verzicht auf Betreuungsleistung mit Ausgleichszahlungen kompensiert.

        Zu deiner konkreten Situation: ich persönlich habe gute Erfahrungen mit Mediationen gemacht. Ein wirklich guter Mediator kann eine gewisse Sensibilisierung bewirken und vor allem einem Elternteil die Folgen von gewissen Handlungsweisen aus der Sicht des Kindes verdeutlichen. Meine Empfehlung lautet daher immer: Tragen Sie ihr Geld lieber zum Mediator und nicht Anwalt. Als Nicht-Mediziner denke ich mir, dass es gerade für den Krankheitsverlauf eures Sohnes einen positiven Effekt hätte, wenn er sich möglichst viel Zeit mit seinem Vater »austoben« könnte.

      • Es liegt auch an den Steuer-Gesetzen, wenn der Vater wenig Unterhalt bezahlen kann. Der unverheiratete Vater wird heute in Steuerklasse 1 eingestuft, weil sich die Steuerklassen an der Institution Ehe orientieren. Es wäre besser, wenn sich die Steuerklassen an der Elternschaft orientieren würden. Deshalb sollte das Ehegattensplitting zum einem Elternsplitting umgewandelt werden. Das jährliche Splittingvolumen beträgt 20 Milliarden Euro. Dieses Geld sollte von Ehepaaren auf Eltern umverteilt werden.

  5. Na klar, das Leid der tausenden Väter, die den Kontakt zu ihren Kindern verlieren wird ebenso ignoriert wie das der Kinder, die ihre Väter verlieren. Statt sich auf versöhnliche Gespräche einzulassen, wird die Gewaltkeule geschwungen. Ich fürchte, dass sich hier kein konstruktiver Dialog führen lässt. Kein Gericht entzieht einer Mutter die Obsorge um Kinder einem nachweislich gewalttätigen Vater zu überantworten. Wie kann man nur so einen Unsinn behaupten?

    PS.: der Vater von Oliver (dem Buben aus Dänemark, auf den ja offenbar angespielt wird) ist genauso wenig gewalttätig, wie Brad Pitt der dauerbekiffte, gewalttätige Alkoholiker ist, als den Angelina ihn vor aller Welt darstellen wollte. Blöd, dass es ein Video von dem Flug gibt. Das Tragische ist, das die Kinder ihren Vater viele Wochen nicht sehen durften. Und wenn es sich nicht um einen Hollywood-VIP handelt, sondern um einen ganz normalen Papa, dann vergehen schon mal ein paar Monate oder sogar Jahre, bis es gelingt, solche Vorwürfe zu widerlegen und man(n) seine Kinder wieder in den Arm schliessen darf. Der Schaden, den die betroffen Kinder davon tragen ist oft irreversibel.

    Es gibt eben immer zwei Seiten. Ist das nicht fürchterlich, im anderen Geschlecht immer nur das Negative zu sehen (oder sehen zu wollen). Und verdrängen zu müssen, dass unter diesem Hass die Kinder am meisten leiden?

    • Herr Morauf, Sie kommen von einer ganz anderen Seite. Ich vertrete an dieser Stelle nicht das Leid der tausend Väter, sondern das Leid der Millionen (!) Kinder und Mütter, die ohne Mann und Vater zurechtkommen müssen, weil der Vater nicht will oder angeblich nicht kann – weder finanziell noch zeitlich. Das ist Realität in Deutschland. Das Wechselmodell wird dieses Problem nicht lösen.

      Was Ihre Behauptungen zu Gerichtsverfahren angeht: doch genau das gibt es. Sie haben ja anscheinend selbst die Unlogik und Unmenschlichkeit von Rechtssprechung erlebt. Und ja, auch die „Gewaltkeule“ wird hier geschwungen, weil es auf dieser Seite um Beziehungsgewalt geht. Diese wird im Zusammenhang mit Umgangs- und Sorgerecht mittlerweile gern ignoriert. In Deuschland steht Umgangsrecht (mit dem Vater, wohlgemerkt) vor Gewaltschutz. Hier werden unbequeme Wahrheiten benannt. Und nein, nur weil ich unbequeme Wahrheiten benenne, sehe ich im anderen Geschlecht nicht nur das Negative und bin keine Männerhasserin. Es gibt Väter, die sich kümmern (wollen). In vielen Fällen kommt auch ein Konsens mit der Exfrau zustande. Warum ein Konsens in manchen Fällen nicht so leicht zustandekommt, sollte häufiger auch mal in Hinsicht auf den Beziehungsverlauf vorher gefragt werden.

      Den Vorwurf, Frauen würden Gewaltvorwürfe gegen Väter im großen Stil als „Waffe“ in einem Umgangsrechtsverfahren nutzen, kann ich ebenso nicht so stehen lassen. Die Gewalt muss angezeigt und bewiesen sein. Das scheuen viele Frauen, denn das Prozedere ist höchst unangenehm. Außerdem stehen viele Frauen aus diesen Beziehungen Todesängste um sich und ihre Kinder aus, da sie von ihrem Mann und Vater bedroht werden. Viele, viele Frauen zeigen ihre Ex-Männer daher nicht an. Und: selbst wenn sie anzeigen, spielt der Gewaltvorwurf vor Gericht je nachdem keine Rolle. Erst gestern schrieb mir eine Frau, dass ihr gewalttätiger Ex sie zu einem Wechselmodell gezwungen hat und ihr keinen Unterhalt zahlen will trotz viel höherem Einkommen. Sie hat Angst um ihr Kind und fragt, was sie tun kann. Die Anwältin ist machtlos. Ja, das gibt es in Deutschland.

      • Frau Duwe,
        ich denke, wir sollten an dieser Stelle einige Begrifflichkeiten kären. Ich komme nicht von einer »ganz anderen Seite«. Was ich die ganze Zeit versuche Ihnen klar zu machen ist, dass es eben nicht um einen Krieg zwischen Frauen und Kindern auf der einen und Vätern auf der anderen Seite geht. Bitte korrigieren Sie ihr dringend Ihr Weltbild! Und hören Sie auf, die Kinder für Ihren Geschlechterkampf zu vereinnahmen. Ich stehe auf der Seite der Kinder auf der Seite von verantwortungsvollen Eltern wobei mir deren Geschlecht vollkommen egal ist. Und ich versuche Lösungsansätze zu entwickeln, wie ein – in meinen Augen völlig unbrauchbares Familienrecht – verbessert werden kann, weil derzeit viele Kinder unter die Räder kommen. Es gibt pflichtvergessene Väter, die in die Verantwortung genommen werden müssen, es gibt Mütter, die ihren Kindern den Kontakt zu ihren Vätern verweigern und es gibt die Problematik von echter und erfundener Gewalt. In dieser Gemengelage gibt es – ob nun tausende oder Millionen – betroffene Kinder, Frauen, Männer und jedes Opfer ist eines zuviel.

        Ihren unterschwelligen Vorwurf, Kontaktverweigerung gäbe es nur als quasi gerechtfertigte Gegenmaßnahme für ein Fehlverhalten der Männer während der Beziehung muss ich scharf zurück weisen. Und wenn Sie es nochmal überdenken, werden Sie wohl zu der Einsicht kommen, dass es nicht gerechtfertigt ist, Kindern den Vater vorzuenthalten um diesen für ein subjektiv empfundenes Fehlverhalten zu »bestrafen«. Ebenso gibt es leider sehr häufig erfundene Gewaltvorwürfe. (Siehe Brad Pitt und Angelina Jolie.) Ich will gar nicht unterstellen, dass alle diese Frauen das mit Vorsatz tun, aber es liegt eben auch im System bedingt. Eine Mutter möchte die Kinder alleine betreuen (Teile unserer Gesellschaft und vielleicht auch ihr persönliches Umfeld suggerieren ihr ja – wie wir hier ja auch lesen können – dass Kinder »zur Mutter gehören« und Väter mehr oder weniger nur »Erzeuger« zu sein haben, die sich auf das zahlen von Unterhalt zu beschränken haben). Was liegt nun näher, als vor Gericht zu sagen, »Ich habe Angst, er wirkte so bedrohlich …« Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 80% aller Gewaltvorwürfe, die nach Beendigung einer Partnerschaft im Zuge einer Kontrecht- und Obsorgestreitigkeit erhoben werden, erfunden sind. (Quelle: ehem. Amtsrichter Jürgen Rudolph, Gründer der »Cochemer Praxis«, eines sehr erfolgreichen, auf Deeskalation beruhenden, kontakfördernden Modelles von Familiengerichtsbarkeit)

        Zurück zu den Begrifflichkeiten: bitte hören Sie damit auf, zu behaupten, dass einer Mutter »das Kind weg genommen wird«, wenn es sich in Wahrheit um ein paritätisches Betreuungsmodell handelt, in dem beide Eltern ihr Kind gleich viel betreuen. Und bitte hören Sie auch auf es gleichzeitig als Normalfall zu propagieren, dass Kinder bei der Mutter leben und ihren Vater nur noch zwei mal im Monat als Wochenendbesucher erleben dürfen – denn da sprechen Sie ja auch nicht davon, dass dem Vater die Kinder »weg genommen werden« …

        Zu Ihrer Frage, was die Mutter tun kann/soll: ginge es nach mir, gäbe es die Düsseldorfer Tabelle in der Form nicht. Es gäbe ein Wechselmodell, in dem die Einkommen beider Eltern berücksichtigt würden und starke Einkommensunterschiede durch Ausgleichszahlungen nivelliert würden. Auf diese Weise erübrigte sich auch jeder Versuch von Vätern das Wechselmodell als reines »Kostensparmodell« anzusehen. Und Gewalttäter sind von Kindern fern zu halten! Das fordern ausnahmslos und explizit alle Väterverbände! Bitte hören Sie auch damit auf, zu behaupten, dass Väter ein Wechselmodell für Gewalttäter fordern würden.

        • Ich denke, Sie haben nun genügend Raum gehabt, Ihren Standpunkt zu verdeutlichen. Weitere Kommentare werde ich nicht mehr freischalten. Wie ich zu denken und zu schreiben habe, entscheide ich im übrigen selbst. Ihnen und Ihren Kindern alles Gute!

  6. Der Zerfall unserer liberalen Werte wird angesichts von Pegida, AfD und Trump moniert, aber niemand sieht ins Familienrecht, wo sich die „Normalisierung der Gewalt“ zuerst breitgemacht hat – übrigens auch vorangetrieben von eben den Herrschaften, die dann auch die AfD, Pegida usw voll Salonfähig machten (eigentümlich frei, Compact usw).

    Kinder haben eine starke natürliche Bindung zu ihren Müttern. Statt diese Bindung zu ehren, setzen gerade narzistisch gestörte Männer alles daran diese Bindung zu unterminieren und verbal, argumentativ und juristisch zu (zer)stören. Es ist bezeichnend, dass – wie zu erwarten – allerlei Trolle hier kommentiert haben, um wieder einmal für den Missbrauch und für ihre eigenen Interessen zu argumentieren. Wer einmal miterleben musste, wie brutal Kinder von ihren Müttern getrennt werden in der derzeitigen „Gewalt Ist doch Okay“ Kultur, der/die weiss ganz genau, dass die Väterbewegung ganz direkt mit der „neuen Rechten“ liiert ist. Mit allem was dazu gehört. Unterdrückung, Gewalt, Sozialer Ausgrenzung, Fertigmachen usw.

    Ich hoffe, dass dieser Misere endlich in den Hintern getreten wird. Als Frau und Mutter habe ich von diesem Pack schlichtweg die Nase gestrichen voll.

    Wer Frauen schwanger macht muss damit leben, dass Kinder kommen und diese Kinder ihre Mutter brauchen. Ein guter Vater wird daran gemessen wie sehr er seinen Kindern die Liebe zu ihrer Mutter gönnt und dies fördert. PUNKT! AUS! ENDE!

  7. Ganz allgemein möchte ich bei aller Meinungsverschiedenheit zumindest anerkennend erwähnen, dass meine Kommentare immerhin zugelassen werden, auch wenn sie nicht dem allgemeinen Tenor dieses Forums entsprechen.. Danke dafür.

  8. Wechselmodell ist toll!

    Glaube ich…eventuell…in einigen Fällen:
    Nämlich wenn die Eltern offensichtlich beide gut Geld haben und wenn sie sich super verstehen und sich in puncto erziehung einig sind und alles gut regeln können.
    Bei letzterem frag ich mich dann nur, warum sie sich trennen mussten…
    Sobald Mangel und Neuorientierung ins Spiel kommen ist das schöne Szenario schnell dahin. Und es bleibt ein hin- und hergerissenes Kind.

  9. Was mich an diesem Beitrag etwas stört , ist der Einseitige Bezug auf die Alleinerziehende Frau . Nun ja es gibt auch das andere Modell , ich zu meinen Teil habe alle drei Kinder bei mir und die Mutter will nicht zahlen.
    Leider kommt Sie damit einfach durch, weil die Richter bei Frauen so manches zulassen , was bei Mänerngeahndet wird . Aber jetzt zum eigentlichen Thema. Die Neue Gesetzgebung füllt hoffentlich eines von drei großen Problemen von nicht nur Alleinerziehenden.
    Unterhaltsvorschuss bist 18 Jahre ist eines aber wer macht sich um die Betreuung denn so Gedanken, da höre ich immer ist doch alles geregelt.
    Nun ja aber nur bis dein Kind das 12 Lebensjahr vollendet hat danach wird’s schwierig und mit 14 Jahren ist dann Schluss .
    Ja ab 12 Jahren darf ein Elternteil nichtmehr freigestellt werden , wenn das Kind Krank ist sie sollen gefälligst Urlaub nehmen und den bitte einen Monat vorher einreichen. Wer eine Tagesmütter für die Betreuung benötigt ist jetzt ganz gekniffen, weil Tagesmütter keine kranken Kinder betreuen dürfen und das Elternteil jetzt die „Wahl“ hat nicht zuhause bleiben dürfen weil er arbeiten gehen muss.
    Des Weiteren fragen sich gerade Schichtarbeitene Elternteile warum die Tagesmutter nicht mehr bezahlt wird trotzdem Sie doch Nachtschicht und am auch am Wochenende arbeiteten müssen. Da ist doch der Tenor, das kriegen die dann mit 14 auch alleine hin.
    Also wie lange wird es gutgehen wenn das Betreuende Elternteil Freitag/Samstag Nachtschicht hat und das Kind nicht befürchten muss erwischt zu werden. Und so nebenbei , wenn dem Kind in dieser Zeit etwas passiert , hat man seine Aufsichtspflicht gegenüber einem Minderjerigen verletzt…..

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